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Offener Brief von Prof. Dr. Sibylle Peters an den Innensenator Andy Grote

19 Mai

Wir möchten auf folgenden Brief hinweisen – die vollständige Version befindet sich in dem PDF Dokument:
Zerstörung des African Terminals durch Polizeimaßnahmen gegen afrikanische Migranten

Betreff:
Zerstörung des African Terminals
durch Polizeimaßnahmen gegen afrikanische Migranten

Hamburg, 23.4.2019
Sehr geehrter Herr Innensenator, liebe Hamburgerinnen, im Februar hat der African Terminal, eine Gruppe aus Hamburger Kulturschaffenden und Männern aus Westafrika, die als Flüchtlinge nach Hamburg gekommen sind, die beiliegende Erklärung gegen rassistische Polizeikontrollen veröffentlicht, die von über 900 Hamburgerinnen unterschrieben worden ist – siehe Change.org „Black Lives Matter St. Pauli“.

Der African Terminal ist 2017 aus dem friedlichen Zusammenleben von Alt- und Neu- Hamburger*innen auf St.Pauli entstanden. Mittlerweile hat die polizeiliche Taskforce mit ihren gezielten Kontrollen afrikanischer Migranten diesen Frieden, und nun auch den African Terminal und seine zweijährige Arbeit, zerstört und beendet. Im Augenblick sitzt ein Mitglied der Gruppe in Hamburg in Haft, zahlreiche andere Mitglieder sehen für sich in Deutschland keine Perspektive mehr und suchen nach anderen Wegen.

In der Erklärung von Februar 2019 nimmt der African Terminal zur Situation erschöpfend Stellung.

[…] siehe link zu Dokument oben!

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Dokumente zum Tribunal am 30.10.18

22 Jan

Am 30.10.2018 fand im Rauhen Haus das unten stehende TRIBUNAL „Dressur zur Mündigkeit?“ –  Über die Verletzung von Kinderrechten in der Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland statt.

Hier findet ihr einige Dokumente der Veranstaltung, sowie erste Konsequenzen:

„Dressur zur Mündigkeit?“ – Tribunal über die Verletzung von Kinderrechten in der Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland – 30. Oktober 2018 – 14-21 Uhr im Wichernsaal des Rauhen Hauses

21 Okt

Download: Flyer und Plakat

Es ist keineswegs so, dass mit dem Abschluss der beiden Runden Tische zur  Heimerziehung in West und Ost alles zum Besten stünde – im Gegenteil: trotz unbestreitbarer Verbesserungen gibt es eine zunehmende Tendenz der Verletzung von Kinderrechten.

Besonders deutlich wird diese Verletzung durch eine bislang im wissenschaftlichen und fachpolitischen Diskurs kaum beachtete, in der Praxis aber mittlerweile vorherrschende Technologie: die des „Stufen-Vollzuges“ oder des „Phasen-Modells“. Dieses Konzept – inspiriert von den Bootcamps in den USA und behavioristischen Dressurexperimenten – fußt auf entwürdigenden und stigmatisierenden Degradierungs-Zeremonien, auch wenn findige Professionelle für deren Bezeichnung ständig neue Vokabeln erfinden.

Derartige Stufenprogramme widersprechen grundlegenden Menschenrechten und sind nicht mit der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen zu vereinbaren (BMFSJ 2007). Sie verstoßen gegen den gesamten Tenor der Konvention, vor allem aber gegen Art. 2: Achtung der Kinderrechte; Diskriminierungsverbot, gegen Art. 9: Trennung von den Eltern; persönlicher Umgang, sowie gegen Art. 12, in dem ausdrücklich festgehalten wird, dass die Willensäußerungen des Kindes „angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife“ zu berücksichtigen sind.

Da diese Konvention in Deutschland unmittelbare Gültigkeit hat, müssen Einrichtungen, die mit derartigen Degradierungszeremonien arbeiten, abgeschafft oder zumindest gezwungen werden, ihre Arbeitsweisen fundamental zu verändern. Diese Forderung ist allerdings durchaus umstritten. Die Befürworter von pädagogisch legitimiertem Zwang und therapeutisch begründeter Einschließung sehen darin vielmehr notwendige Interventionen, um gefährdete Kinder und Jugendliche vor ihrem eigenen, risikoreichen Verhalten zu schützen.

Diese Kontroverse soll in Form eines Tribunals zugespitzt werden. Im Mittelpunkt des Tribunals steht eine Jury, die mit in der Sache kompetenten Personen besetzt ist. Sie befragt Zeuginnen und Zeugen und hört Sachverständige an.

Das Tribunal findet statt am 30. Oktober 2018 von 14:00 bis 21:00 Uhr im Wichernsaal des Rauhen Hauses, Horner Weg 180, 22111 Hamburg (nahe der gleichnamigen U-Bahn-Station) Weiterlesen

5. AKS-Bundestreffen

4 Sep

Einladung_aks-Bundestreffen_2017

Kinder- und Jugendhilfe-Ratschlag

2 Mai

Der alternative Kinder- und Jugendhilfe-Ratschlag 2017 findet als Open Space Konferenz statt. Konferenz bedeutet hier aber nicht Vorträge und Präsentationen, ewiges Sitzen und ein im Detail vorgegebenes Programm, das auf alle ein bisschen, doch auf keinen richtig passt. Bei einer Open Space Tagung gibt es keine Tagesordnung. Und alle folgen dem Programm, das für sie das Interessanteste ist. Wie kommt dieses Programm zustande? Nach einer kurzen Einführung durch eine Moderatorin hat jede*r, der/die dies will, die Möglichkeit, ein Thema zu nennen. Ein Thema, das ihm oder ihr wichtig ist und an dem er oder sie gerne mit einer Gruppe Freiwilliger arbeiten will. Jede*r darf jedes Thema nennen, das zum Thema des Tages passt, in diesem Fall zu „TAMARA – There Are Many And Rich Alternatives“ in der Hamburger Kinder-und Jugendhilfe. Aus diesen Themen wird ein Tagesprogramm erstellt, das drei Gesprächszeiten und Arbeitsphasen umfasst sowie das Abschlussplenum. Auf einem „Marktplatz“ tragen sich alle dort ein, wo sie mitmachen wollen. Im Anschluss beginnen die Workshops – viele zur gleichen Zeit. So kann jede*r wählen, wo sie oder er teilnehmen möchte. Manche Gruppen arbeiten zu fünft, andere zu neunt, wieder andere zu siebzehnt. Am Ende des Tages werden in einem Rundgang die Ergebnisse präsentiert – vielleicht gibt es Gruppen, die auch über die Veranstaltung hinaus weiter arbeiten wollen. Open-Space ist eine weltweit eingesetzte Großgruppenmethode nach Harrison Owen, die auf die Initiative, die Ideen und den Gestaltungswillen ihrer Teilnehmenden baut – und diese damit freisetzt.

Am 5. Mai 2017 von 09:00 bis 16:30 Uhr in den Räumen der Patriotischen Gesellschaft von 1765 Trostbrücke 6, 20457 Hamburg

Nähere Infos unter: Kinder-und Jugendhilfetag_Flyer

Stellungnahme des AKS Hamburg zur Entscheidung, das 5. AKS-Bundestreffen 2017 nach Freiburg zu verlegen

24 Jan

„Mach dich schnell davon auf weißen Socken“!

Der AKS Dresden hat beim letzten Bundestreffen im November 2016 in München angeboten, das nächste Treffen in der sächsischen Hauptstadt zu organisieren. Doch wird es dort nicht stattfinden, sondern in Freiburg. Eine große Mehrheit lehnte nach lebhafter Diskussion ab, nach Dresden zu gehen. Zu diesem Ergebnis gelangten die Teilnehmer_innen des AKS-Bundestreffens 2016, nachdem eine Kollegin eingewandt hatte, dass sie sich aufgrund ihres Migrationshintergrunds in Dresden nicht sicher fühlen würde. Das ist eine Entwicklung, die auf mehreren Ebenen erschreckend und bedenkenswert erscheint. Wir hätten mit der Äußerung auch anders umgehen können. Eine Teilnehmerin benennt ihre Angst vor möglichen Gefahren in Dresden aufgrund ihres Migrationsvordergrundes. Wäre dieser Angst nicht vielmehr offensiv zu begegnen?

Wir dürfen Menschen in solchen Situationen nicht alleine lassen!

Wir können auf mehreren Ebenen handeln: AKSler_innen können sich durch Veranstaltungen in den Diskurs einschalten oder ganz pragmatisch vor Ort gemeinsam unterwegs sein. Sozialarbeiter_innen können und sollen sich nicht vor ihrer eigenen gesellschaftlichen und politischen Verantwortung im Tun „davon machen“. Was ist mit all den Menschen, die beständig gegen Pegida und ihre jeweiligen Ableger Aktionen organisieren, die auf die Straße gehen, eine andere Gesellschaft fordern? Was ist mit den Menschen, die bewusst in Ortschaften bleiben, die von Nazis und anderen volkstümelnden Zeitgenoss_innen dominiert werden? Sie lassen sich nicht vertreiben oder von Gewaltandrohungen und Brandstiftung einschüchtern. Und das AKS-Bundestreffen? Es wird ins anscheinend idyllischere, sicherere Freiburg verlagert. Fraglich bleibt, ob das auch für männlich konnotierte Menschen, denen ein (muslimischer) Migrationshintergrund attestiert wird, gilt. In sozialen Medien verbreitete sich schnell Hetze gegen eben diese, nachdem eine Studentin im Oktober 2016 vergewaltigt und getötet wurde.

Können wir das so hinnehmen?

Dresden und andere Orte – nicht nur im Osten Deutschlands – werden zunehmend als gefährliche Orte wahrgenommen und entwickeln sich zu Tabuzonen. Wir sollten darüber nachdenken, von wem diese Orte, und anscheinend sogar schon ganze Städte, als gefährlich wahrgenommen werden und ob sie und für wen sie es sind. Hinzu kommt nicht nur im oben benanntem Fall, dass dies von anderen – mutmaßlich nicht betroffenen Menschen – hingenommen und sogar noch befördert wird, in diesem Fall durch die Verlagerung des Bundestreffens nach Freiburg. 2 So gesehen erscheint der schnelle Ortswechsel als ein widerstandsloses Akzeptieren eben dieser Entwicklung. Viele von uns verstehen Kritische Soziale Arbeit als Kritik am neoliberalen Staat, welcher die „vielen guten“ Möglichkeiten der Sozialen Arbeit einschränkt oder sogar verhindert. Kritische Soziale Arbeit beinhaltet hingegen die eigene gesellschaftskritische Reflexion sowohl als „staatliche Regierungskunst“ als auch in Hinblick auf eigenes Handeln, Haltung und (Nicht-)Teilnahme an Aushandlungsprozessen – nicht nur mit Adressat_innen Sozialer Arbeit. Wir alle, jede und jeder einzelne, im Team oder in größerer Gruppe, wie auf dem AKS-Bundestreffen, gestalten durch unser Handeln das Soziale mit.

Der AKS Hamburg möchte mit diesem Papier zum Überdenken und Handeln auffordern und freut sich auf Rückmeldung, gerne über die Kommentarfunktion unserer Homepage oder bei Bedarf an: aks-hamburg@gmx.de.

 

stellungnahme-aks-hamburg-ort_bundestreffen_2017

Denkpapier: Solidarische Arbeit mit geflüchteten Menschen – aks-dd

19 Aug

2016-06-30_Denkpapier_Flucht_AKS_Dresden_final