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Kinder- und Jugendhilfe-Ratschlag

2 Mai

Der alternative Kinder- und Jugendhilfe-Ratschlag 2017 findet als Open Space Konferenz statt. Konferenz bedeutet hier aber nicht Vorträge und Präsentationen, ewiges Sitzen und ein im Detail vorgegebenes Programm, das auf alle ein bisschen, doch auf keinen richtig passt. Bei einer Open Space Tagung gibt es keine Tagesordnung. Und alle folgen dem Programm, das für sie das Interessanteste ist. Wie kommt dieses Programm zustande? Nach einer kurzen Einführung durch eine Moderatorin hat jede*r, der/die dies will, die Möglichkeit, ein Thema zu nennen. Ein Thema, das ihm oder ihr wichtig ist und an dem er oder sie gerne mit einer Gruppe Freiwilliger arbeiten will. Jede*r darf jedes Thema nennen, das zum Thema des Tages passt, in diesem Fall zu „TAMARA – There Are Many And Rich Alternatives“ in der Hamburger Kinder-und Jugendhilfe. Aus diesen Themen wird ein Tagesprogramm erstellt, das drei Gesprächszeiten und Arbeitsphasen umfasst sowie das Abschlussplenum. Auf einem „Marktplatz“ tragen sich alle dort ein, wo sie mitmachen wollen. Im Anschluss beginnen die Workshops – viele zur gleichen Zeit. So kann jede*r wählen, wo sie oder er teilnehmen möchte. Manche Gruppen arbeiten zu fünft, andere zu neunt, wieder andere zu siebzehnt. Am Ende des Tages werden in einem Rundgang die Ergebnisse präsentiert – vielleicht gibt es Gruppen, die auch über die Veranstaltung hinaus weiter arbeiten wollen. Open-Space ist eine weltweit eingesetzte Großgruppenmethode nach Harrison Owen, die auf die Initiative, die Ideen und den Gestaltungswillen ihrer Teilnehmenden baut – und diese damit freisetzt.

Am 5. Mai 2017 von 09:00 bis 16:30 Uhr in den Räumen der Patriotischen Gesellschaft von 1765 Trostbrücke 6, 20457 Hamburg

Nähere Infos unter: Kinder-und Jugendhilfetag_Flyer

Stellungnahme des AKS Hamburg zur Entscheidung, das 5. AKS-Bundestreffen 2017 nach Freiburg zu verlegen

24 Jan

„Mach dich schnell davon auf weißen Socken“!

Der AKS Dresden hat beim letzten Bundestreffen im November 2016 in München angeboten, das nächste Treffen in der sächsischen Hauptstadt zu organisieren. Doch wird es dort nicht stattfinden, sondern in Freiburg. Eine große Mehrheit lehnte nach lebhafter Diskussion ab, nach Dresden zu gehen. Zu diesem Ergebnis gelangten die Teilnehmer_innen des AKS-Bundestreffens 2016, nachdem eine Kollegin eingewandt hatte, dass sie sich aufgrund ihres Migrationshintergrunds in Dresden nicht sicher fühlen würde. Das ist eine Entwicklung, die auf mehreren Ebenen erschreckend und bedenkenswert erscheint. Wir hätten mit der Äußerung auch anders umgehen können. Eine Teilnehmerin benennt ihre Angst vor möglichen Gefahren in Dresden aufgrund ihres Migrationsvordergrundes. Wäre dieser Angst nicht vielmehr offensiv zu begegnen?

Wir dürfen Menschen in solchen Situationen nicht alleine lassen!

Wir können auf mehreren Ebenen handeln: AKSler_innen können sich durch Veranstaltungen in den Diskurs einschalten oder ganz pragmatisch vor Ort gemeinsam unterwegs sein. Sozialarbeiter_innen können und sollen sich nicht vor ihrer eigenen gesellschaftlichen und politischen Verantwortung im Tun „davon machen“. Was ist mit all den Menschen, die beständig gegen Pegida und ihre jeweiligen Ableger Aktionen organisieren, die auf die Straße gehen, eine andere Gesellschaft fordern? Was ist mit den Menschen, die bewusst in Ortschaften bleiben, die von Nazis und anderen volkstümelnden Zeitgenoss_innen dominiert werden? Sie lassen sich nicht vertreiben oder von Gewaltandrohungen und Brandstiftung einschüchtern. Und das AKS-Bundestreffen? Es wird ins anscheinend idyllischere, sicherere Freiburg verlagert. Fraglich bleibt, ob das auch für männlich konnotierte Menschen, denen ein (muslimischer) Migrationshintergrund attestiert wird, gilt. In sozialen Medien verbreitete sich schnell Hetze gegen eben diese, nachdem eine Studentin im Oktober 2016 vergewaltigt und getötet wurde.

Können wir das so hinnehmen?

Dresden und andere Orte – nicht nur im Osten Deutschlands – werden zunehmend als gefährliche Orte wahrgenommen und entwickeln sich zu Tabuzonen. Wir sollten darüber nachdenken, von wem diese Orte, und anscheinend sogar schon ganze Städte, als gefährlich wahrgenommen werden und ob sie und für wen sie es sind. Hinzu kommt nicht nur im oben benanntem Fall, dass dies von anderen – mutmaßlich nicht betroffenen Menschen – hingenommen und sogar noch befördert wird, in diesem Fall durch die Verlagerung des Bundestreffens nach Freiburg. 2 So gesehen erscheint der schnelle Ortswechsel als ein widerstandsloses Akzeptieren eben dieser Entwicklung. Viele von uns verstehen Kritische Soziale Arbeit als Kritik am neoliberalen Staat, welcher die „vielen guten“ Möglichkeiten der Sozialen Arbeit einschränkt oder sogar verhindert. Kritische Soziale Arbeit beinhaltet hingegen die eigene gesellschaftskritische Reflexion sowohl als „staatliche Regierungskunst“ als auch in Hinblick auf eigenes Handeln, Haltung und (Nicht-)Teilnahme an Aushandlungsprozessen – nicht nur mit Adressat_innen Sozialer Arbeit. Wir alle, jede und jeder einzelne, im Team oder in größerer Gruppe, wie auf dem AKS-Bundestreffen, gestalten durch unser Handeln das Soziale mit.

Der AKS Hamburg möchte mit diesem Papier zum Überdenken und Handeln auffordern und freut sich auf Rückmeldung, gerne über die Kommentarfunktion unserer Homepage oder bei Bedarf an: aks-hamburg@gmx.de.

 

stellungnahme-aks-hamburg-ort_bundestreffen_2017

Denkpapier: Solidarische Arbeit mit geflüchteten Menschen – aks-dd

19 Aug

2016-06-30_Denkpapier_Flucht_AKS_Dresden_final

Care-Konferenz 2014 – Wo ist die Revolution?

29 Sep

Als kleine Gruppe aus dem AKS Hamburg nahmen wir im März 2014 an der Aktionskonferenz Care Revolution in Berlin teil. Wir sind eine alters- und geschlechtsmäßig buntgemischte Gruppe aus verschiedenen Feldern der Sozialen Arbeit. Im Vorfeld haben wir uns nicht explizit mit der Care-Thematik auseinandergesetzt. Allerdings haben wir sowohl in der Lohnarbeit als auch im Privaten mit Care zu tun und setzen uns in politischen Kontexten mit Fragen nach unseren und anderen Ansprüchen an fachliche Arbeit sowie mit sozialpolitischen Themen und auch Arbeitsbedingungen sozialer Arbeit, Entlohnung oder z.B. Auswirkungen der Schuldenbremse auf unsere Arbeit auseinander. Unser Feedback nach den drei Tagen in Berlin zur Konferenz und der Care-Thematik an sich ist gemischt und kritisch. Für uns ist es ungeklärt, ob ein gemeinsames Verständnis von Care besteht, oder bestehen soll und auch in der Argumentation ist für uns vieles unklar geblieben.

Wir konnten schnell an unserer eigenen Gruppe sehen: Der Begriff der Care-Arbeit lässt viele Assoziationen, Phantasien und Interpretationen zu und bietet somit eine Vielzahl an Zugangsmöglichkeiten. Und hier ist unserer Meinung nach eine der Stärken des Begriffes zu finden, der aber gleichzeitig zu seiner größten Schwäche werden kann. Jeder Mensch kommt im Laufe seines Lebens auf unterschiedliche Weise mit den sozialen und gesundheitlichen Hilfesystemen in Kontakt, entweder als Empfänger*in oder als Mitarbeiter*in. Von der Kita bis zur Pflegeeinrichtung, von der bezahlten oder unbezahlten Hausarbeit, bis zur Rolle als Mutter, Vater, Pflegende*r von Angehörigen, also dem Bereich, der der privaten Reproduktionsarbeit zugeschrieben wird.
Gleichzeitig sehen wir hierin aber auch eine der Schwächen des Care-Ansatzes. Er stellt unterschiedlichste Bereiche nebeneinander und behauptet, oder betont erst einmal das Gemeinsame. Ob dieses Gemeinsame tatsächlich so stark ist, darf zumindest angezweifelt werden. Die Lebens- und Arbeitsverhältnisse die hier aufeinander treffen, haben in der gesellschaftlichen Realität, oder den realen Lebenswelten oft wenige Berührungspunkte. Und wenn sie doch aufeinander treffen, dann oft in einem Verhältnis, dass eher dem eines Kunden und eines Anbieters entspricht (wobei wir die zunehmende Warenförmigkeit von „Care“ nicht diesem Ansatz anlasten wollen und können, der diese ja gleichzeitig kritisiert). Dieses Nebeneinanderstellen „der Vielen“ macht den gesamten Diskurs auf eine Art schwammig und wenig greifbar, was sich unserer Meinung nach auch im Abschlusspapier der Konferenz zeigt.

Um nicht missverstanden zu werden: Als in der Sozialen Arbeit Tätigen liegt uns die Care-Thematik nahe und ist uns wichtig. Grundsätzlich begrüßen wir den Einsatz im Diskurs und befürworten den Versuch, auch über die Grenzen von unterschiedlichen sozialen Positionen und Sprechorten ins Gespräch zu kommen und Handlungsoptionen auszuloten. Aber gerade hier liegen, ob der Größe des Themas und seiner Vielgestaltigkeit, auch die vielen Fallstricke, die dazu einladen den differenzierten Blick zu verlieren, Unterschiede zu kaschieren und zu übergehen. Damit dies nicht geschieht, reicht eine bloße Intervention oder ein Einsatz im Diskurs nicht aus. Deshalb sind wir gespannt, welche Folgen die Konferenz, die ja explizit als Impulsgeber gedacht war, haben wird und verfolgen die weitere Entwicklung teils als Beobachter*innen teils als aktiver Teil und verbleiben mit den Zapatisten: „Preguntando caminamos“ (Fragend schreiten wir voran).

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Blog des AKS Hamburg online

15 Mai

Der Blog des Arbeitskreises Kritische Soziale Arbeit (AKS) Hamburg ist hiermit online.

Weitere Informationen zum AKS sind auf der Seite „Über uns“ zu finden.