Abendreihe „Das Kommune: Kämpfe um das Gemeinsame – Von Commons, Gemeingütern und Sozialer Infrastruktur“

2 Okt

Abendreihe_Flyer_coverDer AKS Hamburg lädt zur Abendreihe „Kommunale Sozialforschung konkret“ ein, die in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Kommunale Sozialforschung e.V. organisiert und durchgeführt wird. Das Thema lautet „Das Kommune: Kämpfe um das Gemeinsame – Von Commons, Gemeingütern und Sozialer Infrastruktur“. Die Veranstaltungen der Reihe finden im Centro Sociale statt.

Die Themen der vier Termine lauten:

  • 28.10.14 – 19 Uhr: „Commoning: Von gesellschaftlicher Transformation, staatlicher Regulation und Kritischer Sozialer Arbeit“ (Johannes Euler, Florian Muhl)
  • 20.11.14 – 19 Uhr: „Staatlich finanziert – demokratisch investiert? Commons als Sozialgenossenschaften“ (Timm Kunstreich)
  • 09.12.14 – 19 Uhr: „Comuna im Aufbau – Basisdemokratie à la Bolivariana“ (Tim Graumann)
  • 06.01.15 – 19 Uhr: „Recht auf Stadt und Gemeingüter“ (Joscha Metzger)

Der Flyer kann hier heruntergeladen werden: Download Flyer Abendreihe

Der komplette Ankündigungstext und weitere Informationen zu den einzelnen Terminen ist auch im Folgenden zu finden.

Das Kommune: Kämpfe um das Gemeinsame – Von Commons, Gemeingütern und Sozialer Infrastruktur

Jenseits von Staat und Recht, von Markt und Geld, von Familie und Vertrauen zeichnet sich zunehmend ein vierter Bereich gesellschaftlicher Regulation ab, der bislang unterschiedlich benannt wird, weil noch nicht klar ist, wohin er sich entwickeln wird. Die Bezeichnung reicht von der altdeutschen Allmende über das neudeutsche Commons bis zum nüchternen Gemeingut und ihre oder seine Merkmale werden erst langsam deutlich: Es geht um eine neue Art gemeinschaftlicher Verfügung über Ressourcen.

Gleichzeitig wird die Privatisierung öffentlicher Räume und Einrichtungen vorangetrieben und damit die Möglichkeit mit verkauft, demokratisch über das was mit ihnen passieren soll zu entscheiden. Parallel zu Kämpfen gegen diese Privatisierungen wie die um den Gezi-Park in Istanbul sind in den letzten Jahren weltweit eine Vielzahl neuer sozialer Bewegungen entstanden, deren gemeinsamer Bezugspunkt das Schaffen und der Ausbau von Gemeingütern bzw. Commons ist. Dies reicht von zivilgesellschafter Raumnahme bis zur Gründung von Genossenschaften und dem Anspruch des Aufbaus einer sozialistischen Gesellschaft.

Von ihnen wird weltweit deutlich gemacht, dass – bei aller Ambivalenz – entsprechende Alternativen zur herrschenden Privatisierungs- und Verwertungslogik denk- und machbar sind. Entscheidende Fragen sind die nach Eigentumsverhältnissen, Entscheidungsstrukturen und Zugängen für Konsument_innen/Nutzer_innen.

Im Rahmen der Abendreihe soll erörtert werden, welche Formen von selbstorganisierter Verfügung über gemeinsame Ressourcen es gibt und was für Potenziale darin liegen.

28. Oktober 2014

Commoning: Von gesellschaftlicher Transformation, staatlicher Regulation und Kritischer Sozialer Arbeit

Johannes Euler und Florian Muhl führen in die Commons-Debatte ein. Sie gehen dabei folgenden Fragen nach: Was sind Commons und in welchem Verhältnis stehen sie zum Öffentlichen? Welches emanzipatorische bzw. transformative Potential steckt im Commoning, dem ge meinschaftlichen Hervorbringen von Gemeingütern? Welche Relevanz hat dies für Kritische Soziale Arbeit?

20. November 2014

Staatlich finanziert – demokratisch investiert? Commons als Sozialgenossenschaften

Sogenannte Bürgerhaushalte sind eine erste zögerliche Antwort auf die Frage, wie demokratische Teilhabe über die parlamentarische Demokratie hinaus praktisch werden kann.

Timm Kunstreich versucht mit dem Gedanken von Sozialgenossenschaften als Akteure in einer Sozialpolitik als Infrastrukturpolitik radikalere Antworten zu geben, d.h. solche, die an die Wurzel gehen.

Timm Kunstreich ist Mitglied im AKS und in der Redaktion der Zeitschrift Widersprüche.

9. Dezember 2014

Comuna im Aufbau – Basisdemokratie à la Bolivariana

In Venezuela werden seit fast 10 Jahren landesweit Basisinitiativen zur Selbstverwaltung auf lokaler Ebene (Consejos Comunales) gegründet. Diese stehen im Zusammenhang mit dem Aufbau eines rätedemokratischen Sozialismus und verfolgen das Ziel der Selbstermächtigung der Bevölkerung.

Tim Graumann wird die Widersprüche dieses „Aufbaus von zwei Seiten“ darstellen und Ausschnitte aus dem Film „Comuna im Aufbau“ (Azzelini, Ressler, 2010) zeigen.

Tim Graumann war ein Jahr in Caracas und hat sich in seiner Bachelor-Arbeit mit der Bewegung der Comuner@s auseinandergesetzt.

6. Januar 2015

Recht auf Stadt und Gemeingüter

Städtische Gemeingüter sind in der jüngsten Vergangenheit weltweit in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. Im Zusammenhang mit Gentrifizierungsprozessen wird die Privatisierung und der Ausverkauf öffentlicher Güter kritisiert. Gleichzeitig wird von verschiedenen Akteuren die Forderung nach einer Wiederaneignung der Stadt als Gemeingut artikuliert.

Welche Bedeutung hat der bereits Ende der 1960er Jahre von Henri Lefebvre artikulierte Anspruch auf ein ‚Recht auf Stadt‘, der seit der Jahrtausendwende in der kritischen Stadtforschung und von Gentrifizierungskritiker_innen aufgegriffen wurde, in diesem Zusammenhang?

Joscha Metzger (M.A.) hat Geographie und Geschichte studiert. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Geographie der Universität Hamburg und arbeitet zu Stadtentwicklung und Wohnen.

Veranstaltende

Der Förderverein Kommunale Sozialforschung e.V. (FKS) unterstützt Wissenschaft und Forschung im Bereich Kommunalpolitik und Kommunalpädagogik. In den letzten Veranstaltungsreihen (Codierung und Decodierung von Räumen im Kontext Sozialer Arbeit; Partizipation in der Jugendhilfe; Kommunalpädagogik konkret) wurde vor allem jungen Wissenschaftler_innen die Möglichkeit geboten, ihre Themen und Projekte vorzustellen und zu diskutieren.

Weitere Infos: www.fks-hh.de

Im Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit (AKS) Hamburg treffen sich in der Sozialen Arbeit Tätige und Interessierte, Praktiker_innen, Mitarbeiter_innen und Student_innen der Hamburger Hochschulen. Der AKS setzt sich mit lokalen Entwicklungen in Hamburg und Umgebung auseinander, entwickelt Perspektiven Kritischer Sozialer Arbeit und treibt diese voran. Darunter versteht der AKS eine Soziale Arbeit, die sich gegen soziale Ungleichheit wendet, deren Legitimation und Verfestigung aufdeckt, gesellschaftliche Interessenkonflikte verdeutlicht und sich von den Zumutungen individualisierender und ordnungspolitischer Problembeschreibungen und -lösungen distanziert.

Termine und weitere Infos: https://akshamburg.wordpress.com

Die Veranstaltung

Alle Veranstaltungen finden im Centro Sociale, Sternstraße 2, statt. Beginn ist jeweils um 19.00 Uhr.

Kontakt

fks-hamburg[at]web.de oder aks-hamburg[at]gmx.de

Advertisements

Eine Antwort to “Abendreihe „Das Kommune: Kämpfe um das Gemeinsame – Von Commons, Gemeingütern und Sozialer Infrastruktur“”

Trackbacks/Pingbacks

  1. Urban Commons? Eine Debatte boomt. | CommonsBlog - 3. Januar 2015

    […] im Netz gefunden: Eine aktuelle Veranstaltungsreihe vom Föderverein für Kommunale Stadtforschung Hamburg; Das Kommune: Kämpfe um das Gemeinsame […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: